bne-Fachkonferenz Rückblick: Solarparks neu denken – Mehrwert für Landwirtschaft, Natur und Energiewende

22. April 2026

Am 11. März wurde in Berlin vielschichtig das Thema "Landwirtschaftliche Nutzung von Solarparks" diskutiert.

Nils Rüger

bne-Fachkonferenz Rückblick: Solarparks neu denken – Mehrwert für Landwirtschaft, Natur und Energiewende

Beispiel aus der Praxis
Biodiversität
Landwirtschaft
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Wie können Solarparks nicht nur Strom liefern, sondern gleichzeitig einen echten Mehrwert für Landwirtschaft und Ökosysteme schaffen? Genau dieser Frage widmete sich unsere hybride Veranstaltung am 11. März 2026 im Quadriga Campus in Berlin, bei der wir gemeinsam mit Forschenden, Praxisakteuren sowie politischen Vertreterinnen und Vertretern aktuelle Erkenntnisse und Perspektiven diskutierten. Passend zur Veranstaltung wurde am selben Tag auch der neue Forschungsbericht veröffentlicht, der zentrale Erkenntnisse bündelt und zeigt, wie Energieerzeugung, landwirtschaftliche Nutzung und Biodiversität bestmöglich zusammenwirken können.

Im Zentrum stand das Forschungsprojekt „Landwirtschaftlicher Wert von Solarparks, geleitet von Dr. Dina Hamidi (Universität Göttingen) und Dr. Christoph Hütt (Universität zu Köln). Die präsentierten Ergebnisse zeigen deutlich: Solarparks können weit mehr sein als reine Energieinfrastruktur. Richtig gestaltet, bieten sie Potenziale für Biodiversität, Bodenqualität und landwirtschaftliche Nutzung.

Dr. Dina Hamidi (Universität Göttingen) präsentiert zentrale Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt zum landwirtschaftlichen Wert von Solarparks.

Bereits in der Vorstellung der Forschungsergebnisse wurde klar, dass insbesondere extensiv bewirtschaftete Flächen unter Photovoltaik-Anlagen ökologisch aufgewertet werden können. Gleichzeitig eröffnen sich neue Perspektiven für eine produktive Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen – ein Ansatz, der angesichts steigender Flächennutzungskonflikte zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Die hohe Teilnehmendenzahl mit 80 Personen vor Ort und 335 Teilnehmenden im Livestream sowie die rege Beteiligung des Publikums an den Diskussionen machten deutlich, wie vielschichtig das Thema der landwirtschaftlichen Nutzung von Solarparks ist. Unterschiedliche Perspektiven aus Landwirtschaft, Naturschutz, Energiewirtschaft und Politik zeigten dabei ebenso große Potenziale wie bestehende Herausforderungen auf.

Diskussion mit Praxis, Politik und Naturschutz

In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Naturschutz, Landwirtschaft, Politik und Wirtschaft die praktische Umsetzung dieser Erkenntnisse. Mit dabei waren unter anderem Bernt Farcke (Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende), Theresa Kärtner (Deutscher Bauernverband), René Nissen (Wattmanufactur) sowie Christopher Straeter (Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium).

Deutlich wurde dabei vor allem eines: Die Potenziale sind groß, doch regulatorische Unsicherheiten und fehlende rechtliche Klarheit stellen weiterhin zentrale Hürden dar.

Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Naturschutz, Wirtschaft und Politik zur landwirtschaftlichen Nutzung von Solarparks.

Deep Dive: Wissenschaftliche und praktische Einblicke

Am Nachmittag bot der Deep Dive konkrete Einblicke in Forschung und Praxis. Dr. Karen Baumann (Universität Vechta) stellte ein experimentelles PV-System vor, das als Modellstandort für Mikroklima-, Boden- und Vegetationsanalysen dient. Pauline Richter (Universität Göttingen) zeigte, wie sich PV-Module auf die Biodiversität im Grünland auswirken können.

Ergänzt wurden diese wissenschaftlichen Perspektiven durch praxisnahe Erfahrungen von Thies Jensen (Wattmanufactur), der die Bewirtschaftung von PV-Flächen aus unternehmerischer Sicht beleuchtete.

Pauline Richter (Universität Göttingen) präsentiert Forschungsergebnisse zur Biodiversität auf Grünlandflächen unter Photovoltaik-Anlagen.

Regulatorische Hürden bei der Doppelnutzung

Ein besonderer Fokus lag zudem auf regulatorischen Fragestellungen: Rechtsanwältin Alexandra Thiel (agrilex) machte deutlich, dass die rechtssichere Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen mit Solarparks derzeit noch durch komplexe und teils widersprüchliche Rahmenbedingungen erschwert wird.

Durch das Programm führte souverän Dr. Tanja Busse, die die unterschiedlichen Perspektiven strukturiert zusammenführte und den Austausch lebendig gestaltete.

Alexandra Thiel (agrilex) beantwortet Fragen aus dem Publikum zu den regulatorischen Herausforderungen der Doppelnutzung von Solarparkflächen.

Solarparks als Chance für die Energiewende

Die Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, dass Solarparks ein integraler Bestandteil einer nachhaltigen Landnutzung sein können – wenn ökologische, landwirtschaftliche und regulatorische Aspekte gemeinsam gedacht werden. Die Verbindung von Energieerzeugung und Landwirtschaft ist kein Widerspruch, sondern eine zentrale Chance für die Energiewende.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt sowie den vollständigen Forschungsbericht finden Sie auf unserer Website SonneSammeln. Die Aufzeichnung der gesamten Veranstaltung und der einzelnen Beiträge finden Sie in unserer Mediathek.

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