Was passiert mit dem Strompreis, wenn deutlich mehr Batteriespeicher am Markt wären? Der Strompreissimulator des Fraunhofer ISE macht es möglich, genau das nachzurechnen – mit echten Daten aus dem Stromhandel. Über die Einbindung des Tools hier direkt auf unserer Webseite können Sie selbst ausprobieren, welchen Effekt Batteriespeicher haben.
Eine Was-wäre-wenn-Rechnung
Der Simulator ist keine Prognose. Er rechnet nach: Wie hätte der Strompreis an einem bestimmten Tag ausgesehen, wenn es mehr Batteriespeicher gegeben hätte? Dafür nutzt er die tatsächlichen Kauf- und Verkaufsgebote der täglichen Strombörse. Zusätzlich legt man eine gewünschte Anzahl von Batteriespeichern fest. Diese laden, wenn Strom günstig ist, und geben ihn ab, wenn er teuer ist.
So funktioniert der Simulator:
Sie wählen aus:
- Batterieleistung: von 0 bis 20 Gigawatt
- Speicherdauer: von 2 bis 6 Stunden
- Marktszenario: mit oder ohne Reaktion von Kraftwerken und Nachbarländern
Der Simulator zeigt dann für jede Viertelstunde, wie sich der Börsenstrompreis verändert hätte – und wann die Batterien Strom laden oder abgeben.
Was man sieht:
Das Diagramm zeigt den realen Strompreis (rote Linie) und den simulierten Preis mit Batteriespeichern (violette Linie). Zusätzlich sind sichtbar:
- die Gesamtlast (gesamter Stromverbrauch)
- Solar und Wind (Offshore wie Onshore) Einspeisepotential
Die Daten werden täglich aktualisiert und können heruntergeladen werden.
Was Batterien bewirken:
Batteriespeicher gleichen Preisschwankungen aus: Sie nehmen günstigen Strom auf und geben ihn zu teureren Zeiten wieder ab. Dadurch sinken Preisspitzen, negative Preise werden seltener und Solarstrom wird wertvoller. Für das Jahr 2025 zeigt die Simulation: Mit 20 Gigawatt zusätzlicher Batterieleistung und zwei Stunden Speicherdauer wäre der durchschnittliche Preisunterschied zwischen billigster und teuerster Viertelstunde eines Tages von 130 auf 53 Euro pro MWh gesunken.
Wichtig zu wissen:
Batteriespeicher erzeugen keinen Strom. Sie verschieben ihn von Zeiten in denen Strom im Überfluss vorhanden ist in solche, wo Mangel herrscht. Sie können damit sehr gut Preis- und Lastspitzen abmildern, die es täglich gibt. Lange Dunkelflauten können sie nicht allein überbrücken. Sicher durch Dunkelflauten kommen wir mit einer Reihe an Technologien, die bereits heute verfügbar sind – mehr Infos in unserem Faktenpapier Dunkelflaute.
Der Simulator betrachtet den Stromhandel am Vortag, den sogenannten Day-ahead-Markt. Weitere Vorteile von Batterien – etwa im Intraday-Handel, bei Regelenergie oder für das Stromnetz – sind darin nicht enthalten.
Warum der Simulator wichtig ist:
Der Strompreissimulator macht die Debatte über Batteriespeicher greifbar. Politik, Wirtschaft, Medien und Interessierte können selbst ausprobieren, welche Wirkung mehr Speicher auf Strompreise haben könnte – auf Basis echter Marktdaten.
Weiter Informationen zum Simulator sowie zu den Energy Charts allgemein erhalten Sie auf der Webseite Energy Charts des Fraunhofer ISE.






