Frischhut GmbH & Co. KG
Zwei Aufdach-PV-Anlagen sorgen für Kostenreduktion und Wettbewerbsvorteile
Energy Partners / Max Solar GmbH
836 kWp (Typ 1)
289 kWp, PPA-Eigenstromnutzung (Typ 2)
Aufdach-PV-Anlage mit PPA-Eigenstromnutzung
Pfarrkirchen, Bayern (Typ 1)
Neumarkt St. Veit, Bayern (Typ 2)
Versorgungssicherheit durch ein ganzheitliches Energiemanagementsystem
Wie realisiert man als mittelständisches Unternehmen eine nachhaltige Energiekostenreduktion und damit verbundene Versorgungssicherheit?
Am Beispiel des bayerischen Gussprodukte-Herstellers Frischhut lässt sich zeigen, wie durch das intelligente Zusammenspiel von Photovoltaik, Tarifmodell und Energiemanagementsystem ein nachhaltiges Gesamtprodukt entsteht. Für die Produktion der Formstücke wird viel Energie benötigt, sodass die eigene Erzeugung von erneuerbarer Energie und ihr Verbrauch vor Ort einen echten Wettbewerbsvorteil darstellen können. Mit seinen zwei Aufdach-PV-Anlagen kann Frischhut mittlerweile einiges seines Energiebedarfs abdecken.
Im Interview berichtet Geschäftsführer Christoph Aigner über den Weg zur erneuerbaren Energieversorgung und seine Erfahrungswerte.

Christoph Aigner
Geschäftsführer Frischhut GmbH & Co. KGEine Gießerei ist ein margenschwaches Geschäft, und unsere Kunden verlassen sich darauf, dass wir Gussteile zu kalkulierbaren Preisen liefern. Wir können nicht mitten im Jahr sagen: Alles kostet 20 Prozent mehr, weil die Strompreise gestiegen sind. Wir brauchen also Planungssicherheit – und die bekommen wir nur, wenn wir einen Teil unserer Energie selbst erzeugen.
Die Aufdach-PV-Anlagen in Pfarrkirchen und Neumarkt St. Veit im Vergleich

Aufdach-PV-Anlage in Pfarrkirchen
836 kWp, PPA-Eigenstromnutzung → 64 % Eigenverbrauch, 51 % Autarkie
Herausforderungen:
• Hoher Energiebedarf, stark schwankende Strom- & Gaspreise
→ Wunsch nach dauerhaft günstigem Strompreis
• Wunsch nach planbaren Energiekosten & CO2-Reduktion
→ zertifizierter Grünstrom durch Eigenproduktion vor Ort
• Notwendigkeit der Modernisierung der Energieversorgung
→ z.B. nachgelagerte Umstellung auf einen elektrischen Ofen
Zeitlicher Ablauf:
Mai 2024 Baustart
Juni 2024 Fertigstellung DC (Gleichstrom)-Arbeiten
Januar 2025 AC (Wechselstrom)-Arbeiten
Juni 2025 Fertigstellung
Juli 2025 Inbetriebnahme

Aufdach-PV-Anlage in Neumarkt St. Veit
289 kWp, PPA-Eigenstromnutzung → 98 % Eigenverbrauch, 5 % Autarkie
Herausforderungen:
• Hoher Energiebedarf, stark schwankende Strom- & Gaspreise
→ Wunsch nach dauerhaft günstigem Strompreis
• Wunsch nach planbaren Energiekosten & CO2-Reduktion
→ zertifizierter Grünstrom durch Eigenproduktion vor Ort
• Weitere Dekarbonatisierung → z.B. Elektrifizierung von Hilfsprozessen in der Produktion
Zeitlicher Ablauf:
November 2024 Vertragsunterzeichnung
Januar 2025 Start DC Arbeiten
Februar 2025 Start AC Arbeiten
März 2025 Fertigstellung
April 2025 Inbetriebnahme
Christoph Aigner, Geschäftsführer Frischhut GmbH & Co. KG
Einstieg & politischer Rahmen
Bitte stellen Sie Frischhut kurz vor: Was macht Ihr Unternehmen und welche Rolle spielen Energiekosten in Ihrer Produktion?
Frischhut ist ein führender Hersteller hochwertiger Gussformstücke für die Wasserversorgung in Deutschland. Wir sind Teil des Rohrleitungsherstellers TRM in Tirol, Österreich. Gemeinsam helfen wir unseren Kunden dabei, Trinkwasser sicher von der Quelle bis zum Haus und damit zum Verbraucher zu transportieren. Für diese öffentliche Wasserversorgung liefern wir Produkte, deren Grundmaterial Gusseisen ist. Trinkwasserleitungen sind normalerweise im Straßenraum und im öffentlichen Raum vergraben. Man sieht sie meist nur, wenn es eine Baustelle gibt. Der Trinkbrunnen ist deshalb eines unserer wichtigsten Produkte, da er auch im öffentlichen Raum sichtbar ist. Wir haben ihn gemeinsam mit den Berliner Wasserbetrieben entwickelt. Er ist durch das Gusseisen besonders widerstandsfähig und langlebig. Berlin und andere Städte kaufen diese Brunnen, um Trinkwasser für die Bevölkerung direkt erfahrbar und zugänglich zu machen.
In der Produktion schmelzen wir Stahlschrott in Elektroöfen ein und stellen daraus unsere Formstücke her. Dieser Schmelzprozess benötigt sehr viel Energie, insbesondere in unserer Gießerei in Neumarkt-Sankt Veit. Wir sind damit Teil der energieintensiven Industrie. Sicherlich benötigen wir nicht so viel Energie wie beispielsweise ein Chemiepark. Für ein mittelständisches Unternehmen ist unser Energiebedarf dennoch verhältnismäßig hoch.
Wir haben uns bereits vor Jahren bewusst dafür entschieden, bei unserer Energieversorgung auf Strom zu setzen. Vor mehreren Jahren sind wir zudem auf Strom aus nachhaltigen Quellen umgestiegen, weil wir das für richtig halten und weil es Teil unserer mittelständischen DNA ist.
Was war der Auslöser, sich intensiver mit der eigenen Energieversorgung zu beschäftigen? Welche Herausforderungen wollten Sie konkret lösen?
Wir brauchen verhältnismäßig viel Energie, und die Preise dafür schwanken stark – aktuell wegen der Krise im Nahen Osten, vor vier Jahren infolge des Ukraine-Kriegs, davor wegen Verknappungen am Markt.
Das trifft uns doppelt: Eine Gießerei ist ein margenschwaches Geschäft, und unsere Kunden verlassen sich darauf, dass wir Gussteile zu kalkulierbaren Preisen liefern. Wir können nicht mitten im Jahr sagen: Alles kostet 20 Prozent mehr, weil die Strompreise gestiegen sind. Wir brauchen also Planungssicherheit – und die bekommen wir nur, wenn wir einen Teil unserer Energie selbst erzeugen.
Deshalb haben wir zwei Wege kombiniert: einen langfristigen Liefervertrag für zertifizierten Grünstrom und eigene Erzeugung auf unseren Dächern. Die Anlagen bei uns hat Energy Partners, unser PPA-Partner, gebaut und betreibt sie auch. Das ist für uns kapitalschonend – wir investieren ohnehin viel in unsere Standorte – und wir arbeiten mit jemandem, für den der Betrieb solcher Anlagen Kerngeschäft ist. So bleibt unsere Mannschaft im eigenen Kerngeschäft.
Langfristig wollen wir bei der Energieversorgung so unabhängig wie möglich werden.
Beschreiben Sie kurz die Lösungen, für die Sie sich entschieden haben (Leistung, Anteil Eigenverbrauch) – warum fiel die Wahl auf zwei Dach-PV-Anlage mit Onsite-PPAs?
Wir versuchen, möglichst viel Strom aus den Anlagen selbst zu verbrauchen. Entscheidend ist dabei, wie viel Strom wir benötigen und zu welchen Zeiten die Anlage Strom erzeugt. Wenn Erzeugung und Verbrauch zusammenfallen, ist das optimal. Wenn sie zeitlich auseinanderliegen – beispielsweise an einem Sonntag, an dem wir nicht produzieren, die Anlage bei schönem Wetter aber weiterhin Strom erzeugt –, können wir diesen Strom nicht selbst nutzen. Er wird dann ins Netz eingespeist und von anderen verbraucht.
Wir wollen den Anteil des selbst verbrauchten Stroms deshalb möglichst hochhalten – über unser Betriebsmodell und perspektivisch vielleicht auch über Speicherlösungen.
Um den Verbrauch zu optimieren, investieren wir beispielsweise gerade in einen Elektroofen, der einen Gasofen ersetzt. Dadurch können wir größere Mengen unseres selbst erzeugten Stroms direkt nutzen. Das ist für uns eine Win-win-Situation und motiviert uns natürlich, möglichst viele Prozesse zu elektrifizieren und weitere elektrische Verbraucher zu erschließen.
Wir haben außerdem gemeinsam mit der Firma Siemens derzeit ein Projekt laufen, in dessen Rahmen wir die gesamte Wärmeversorgung am Standort überprüfen. Dabei untersuchen wir, ob wir die hier am Standort produzierte Energie noch stärker nutzen und dadurch perspektivisch auf Diesel, Heizöl oder andere Energieträger verzichten können
Gab es anfangs Bedenken oder Unsicherheiten seitens des Managements oder bei Ihnen persönlich in Bezug auf die PV-Anlage? Wie konnten diese ausgeräumt werden?
Ob Photovoltaik grundsätzlich sinnvoll ist, war für uns nie die Frage – der starke Zubau in Deutschland spricht für sich. Und gerade in Krisen wie dem Ukraine-Krieg oder aktuell im Nahen Osten wird einem sehr bewusst, was es wert ist, einen Teil der Energieversorgung selbst in der Hand zu haben.
Unsere Bedenken lagen woanders. Wir reden hier über Verträge mit einem Planungshorizont von rund 20 Jahren – wer uns über so einen Zeitraum begleitet, muss passen. Deshalb haben wir mehrere Partner evaluiert, bevor wir uns entschieden haben, und wir haben klein angefangen: zunächst eine Anlage gemeinsam realisiert. Dieses Projekt war erfolgreich, seitdem sind wir für weitere offen.
Die zweite Unsicherheit war die Technik. Regelungs- und Speicherlösungen müssen zum Betrieb passen, sich in einem vernünftigen Zeitraum rechnen und praktisch umsetzbar sein. Grundsätzlich sind wir technologieaffin und setzen solche Lösungen gerne um – wenn sie sich auch wirtschaftlich tragen, ist die Entscheidung leicht.
Erfahrungen & Mehrwert
Bitte beschreiben Sie kurz den Prozess von der initialen Idee bis zur Inbetriebnahme der Anlagen (Dauer, Komplexität, Herausforderungen)
Rückblickend war der Prozess bei den Dachanlagen erfreulich schlank: Von der ersten Idee bis zur Unterzeichnung hat es etwa ein halbes Jahr gedauert, danach konnte direkt installiert werden. Das ist der Vorteil, wenn man mit einem Partner arbeitet, dessen Kerngeschäft die Entwicklung solcher Anlagen ist. Ich hoffe, wir können besser gießen – Anlagen entwickeln kann er offensichtlich besser.
Schwierigkeiten gibt es trotzdem. Wir hätten weitere Dachflächen, aber bei einigen Gebäuden reicht die Statik nicht aus. Entscheidend war für uns, dass wir schnell Klarheit hatten und weiterarbeiten konnten.
Ganz anders die Freiflächenanlage: Damit beschäftige ich mich inzwischen seit drei Jahren – Abstimmungen mit Grundstückseigentümern, Genehmigungs- und Aufstellungsverfahren, immer wieder Stockungen. Auf die Rückmeldung des Netzbetreibers, ob wir einspeisen dürfen, warte ich derzeit seit über zwei Monaten; vorgesehen sind sechs Wochen.
Der Unterschied liegt also nicht an der Technik, sondern am Verfahren. Ein erfahrener Partner nimmt uns die Komplexität ab – die Dauer einer Genehmigung kann auch er nicht verkürzen. Und ehrlich gesagt würde mir ein schnelleres Verfahren mehr helfen als jedes Förderprogramm.
Welche Vorteile spüren Sie heute am deutlichsten? Inwiefern hat sich Ihre Planungssicherheit bei den Energiekosten verbessert?
Der wirtschaftliche Effekt, um den es uns ursprünglich ging, ist eingetreten: Wir erzeugen einen erheblichen Teil unserer Energie selbst, und das trägt gerade als Mittelständler messbar zu stabilen, planbaren Energiekosten bei. Dieses Ziel haben wir erreicht.
Auch der Betrieb läuft gut – erst vergangene Woche waren Mitarbeiter unseres Partners für Wartungsarbeiten vor Ort. Aktuell planen wir Erweiterungen und stimmen uns dazu mit der Stadt und dem Netzbetreiber ab.
Was uns beschäftigt, sind die Abregelungen. Unsere kleinere Anlage hat rund 290 Kilowatt – für einen Privathaushalt riesig, für uns klein. Ihre Erzeugung liegt vollständig innerhalb unserer Grundlast, wir könnten den Strom also komplett selbst abnehmen. Trotzdem wird sie abgeregelt. Der Grund dafür ist, dass der Netzbetreiber nicht den Einspeisepunkt abregelt, sondern direkt die Wechselrichter abschaltet, sobald zu viel Strom im Netz ist. Ein Eigenverbrauch wird damit ebenfalls ausgeschlossen.
Mehr noch: Wir müssen die nicht mehr produzierte Menge zu deutlich höheren Kosten aus dem Netz beziehen. In Sommermonaten kann dies erfahrungsgemäß rund ein Drittel der Produktionstage betreffen und kostet entsprechend viel Geld.
Es sind also technische und organisatorische Themen, an denen wir arbeiten müssen.
Außerdem beschäftigt uns, wie wir mehr Erzeugung installieren können. Alles Einfache haben wir umgesetzt. Als Nächstes wollen wir die Freiflächenanlage mit drei Megawatt, Speicher und intelligente Steuerung. Kurz gesagt: mehr von dem, was bereits funktioniert.
Empfehlungen – Warum sollten andere Unternehmen den Schritt ebenfalls gehen?
Rückblickend: Was war die wichtigste Erkenntnis aus dem gesamten Projekt?
Für uns hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Wie gesagt, wir können selbst relativ günstigen Strom erzeugen und sind etwas unabhängiger vom Netz und von Börsenpreisen.
Für uns ist damit die eigene Erzeugung definitiv eine gute und zuverlässige Quelle für nachhaltigen, grünen Strom. Diesen Weg würde ich auch anderen Unternehmen empfehlen.
Eine erste Anlage auf den eigenen Dach- oder Fassadenflächen ist aus meiner Sicht ein sehr guter Ansatz und ein sinnvoller erster Schritt. Das lässt sich mit vergleichsweise geringem Risiko realisieren und ermöglicht es einem Unternehmen, erste Erfahrungen mit dem Thema zu sammeln.
Für uns war außerdem entscheidend, dass wir in unserem Kerngeschäft bereits zahlreiche Aufgaben und Projekte haben. Deshalb war es ein guter Schritt, mit einem PPA-Partner zusammenzuarbeiten, der die Umsetzung übernimmt. Wir können das Projekt weiterhin verfolgen und haben über das Monitoring jederzeit Einblick in die Leistung und die Stromproduktion der Anlage. Wir würden diesen Weg jederzeit auch wieder so gehen.
Würden Sie sagen, dass Sie durch die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Partner einen Teil der Arbeit auslagern konnten und darauf vertrauen konnten, dass die Umsetzung zuverlässig erfolgt?
Auf jeden Fall. Der Partner hat die Themen übernommen, für die wir keine eigenen Spezialisten haben: Statik, Bauantrag, Genehmigungsverfahren, Umweltfragen – und einen guten Teil der Abstimmung mit Nachbarn, Behörden und Stadtverwaltung.
Bei uns geblieben ist, was unsere Anlagen direkt betrifft: Einspeisung und elektrischer Betrieb. Dafür haben wir eigene Betriebselektriker, die das Projekt fachlich begleitet haben. Mit dem Projektleiter haben wir uns regelmäßig abgestimmt, und über das Monitoring sehen wir jederzeit, was die Anlage leistet – wir haben also nichts aus der Hand gegeben, sondern Aufgaben verteilt.
Genau diese Aufteilung war der Grund, warum der Aufwand für uns beherrschbar blieb. Eine vollständige Eigenumsetzung hätte unsere Leute in einem ganz anderen Umfang gebunden.
Inwiefern ergibt sich aus der Nutzung von erneuerbaren Energien ein Wettbewerbsvorteil für Frischhut?
Unsere Kunden sind überwiegend öffentliche Auftraggeber – Wasserwerke, Kommunen. Für sie ist es ein Argument, wenn Produkte in Deutschland und mit nachhaltig erzeugter Energie gefertigt werden; sie wollen ihrer Bevölkerung zeigen, dass sie auf Nachhaltigkeit achten. Wir kommunizieren das deshalb bewusst als Mehrwert.
Entscheidend ist die Richtung: In mehreren Arbeitskreisen wird daran gearbeitet, Nachhaltigkeitskriterien stärker in öffentliche Ausschreibungen zu integrieren. Diese Entwicklung begleiten wir und begrüßen sie – denn wer seine eigene Erzeugung schon heute nachweisen kann, ist darauf vorbereitet. Denselben Anspruch geben wir an unsere Lieferanten weiter.
Dazu kommt die Kostenseite: Selbst unser Controlling sieht den Nutzen deutlich, weil die selbst erzeugte Kilowattstunde spürbar günstiger ist als Netzstrom, der zusätzlich Netzentgelte trägt. Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gehen hier also in dieselbe Richtung.
Zum Schluss: Politik
Was müsste aus Ihrer Sicht die Politik tun, damit Photovoltaik mit PPAs und Speichern künftig zum Standardmodell für energieintensive Unternehmen wird?
Aus meiner Sicht braucht es kein weiteres Förderprogramm, sondern schnellere Verfahren. In solche Projekte sind sehr viele Stellen eingebunden, und es genügt ein Problem an einer Stelle, um den gesamten Prozess zu blockieren. Genehmigungsverfahren zu vereinfachen, zu beschleunigen und verbindlich zu bearbeiten wäre die wirksamste Unterstützung für Unternehmen in Deutschland.
Bei Dachanlagen war das noch zu bewältigen. Bei Freiflächenanlagen und Speicherprojekten ist es ein echtes Hindernis: In den USA entstehen Gaskraftwerke mit mehreren hundert Megawatt in wenigen Monaten, während wir nach drei Jahren noch nicht wissen, ob wir überhaupt eine PV-Anlage bauen dürfen.
Der zweite Punkt betrifft die Netzbetreiber. Dass Anlagen zur Netzstabilisierung abgeregelt werden, ist technisch nachvollziehbar. Wenn dabei aber – wie bei unserer Dachanlage – der Strom auch nicht mehr selbst genutzt werden kann und wir ihn dann teurer aus dem Netz zurückkaufen müssen, wird vorhandene Erzeugungskapazität ohne Not entwertet. Hier braucht es einen engeren Dialog zwischen Netzbetreibern und Projektentwicklern – wir wären auch bereit, Speicher netzdienlich zu betreiben.
Jeder Monat, den wir bei der Umsetzung gewinnen, ist wertvoll. Energie ist für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ein entscheidender Faktor. Deshalb sollten diese Verfahren deutlich einfacher und schneller werden.
Warum sind planbare Energiepreise wichtig für Frischhut?

Schmelzprozesse mit hohem Energiebedarf
Frischhut stellt hochwertige Gussformstücke für die öffentliche Wasserversorgung her. Das Grundmaterial der Produkte ist Gusseisen. In der Produktion wird dafür zunächst Stahlschrott in Elektroöfen eingeschmolzen. Das flüssige Metall wird anschließend in vorbereitete Formen gegossen und zu langlebigen, widerstandsfähigen Formstücken weiterverarbeitet.
Der Herstellungsprozess umfasst mehrere energieintensive Schritte – insbesondere das Schmelzen und Gießen des Materials. Dies gilt vor allem für die Gießerei in Neumarkt-Sankt Veit, in der große Mengen Energie benötigt werden. Als energieintensives mittelständisches Unternehmen setzt Frischhut deshalb bereits seit Jahren auf Strom als Energieträger und bezieht diesen aus nachhaltigen Quellen.
Die fertigen Gussformstücke werden unter anderem für Trinkwasserleitungen eingesetzt, die unterirdisch im Straßen- und öffentlichen Raum verlaufen. Doch es gibt auch ein sichtbares Produkt: Gemeinsam mit den Berliner Wasserbetrieben wurde ein Trinkbrunnen entwickelt, welcher in Berlin und anderen Städten die Qualität und Langlebigkeit des Gusseisens zeigt.



