Wunsch und Wirklichkeit – Wie Kommunen zum Solarparkausbau stehen

9. Juni 2026

Eine Befragung von 609 Kommunen zeigt, dass Interesse und Akzeptanz gegenüber Solarparks hoch sind.

Alice Brüssel-Kurbanov

© Tim Peschel

Wunsch und Wirklichkeit – Wie Kommunen zum Solarparkausbau stehen

Beispiel aus der Praxis
Kommunalbeteiligung
Kommune
News

Die Energiewende findet vor Ort statt, und Deutschlands Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind bereit. Eine neue, umfassende Befragung von 609 Kommunen zeigt: Das Interesse an neuen Energieprojekten ist gewaltig. Viele der teilnehmenden Kommunen setzen bereits Energiewendeprojekte um, wie die untenstehende Grafik 1 zeigt. Doch während die Pläne in den Rathäusern reifen, prallen Ambitionen oft auf strukturelle Hürden.

Grafik 1: Übersicht EE-Projekte von Kommunen (Quelle: Heimatwurzeln)

Hohe Akzeptanz für die lokale Wende

Ein zentrales Ergebnis der Studie räumt mit dem Vorurteil der generellen Ablehnung auf: Rund 78 % der befragten Rathauschefinnen und -chefs schätzen die Akzeptanz für die Energiewende in ihrer Gemeinde als hoch oder sehr hoch ein. Besonders im Süden Deutschlands ist die Zustimmung mit 85 % überdurchschnittlich groß (s. Grafik 2).

Grafik 2: Akzeptanz überwiegt Protestpotential (Quelle: Heimatwurzeln)

Was stärkt diesen Rückhalt? Die Studie nennt klare Faktoren:

  1. Günstige Energiepreise: Für 67 % sind die Entlastung der Bürger und günstiger Strom für das lokale Gewerbe ein Hauptargument.
  2. Finanzielle Beteiligung: Die direkte Einbindung der Bevölkerung (55 %) und der Kommune selbst (43 %) sind entscheidende Hebel für den sozialen Frieden beim Ausbau (s. Grafik 3).
Grafik 3: Maßnahmen für Akzeptanz Übersicht (Quelle: Heimatwurzeln)

Kommunikation als kritischer Faktor

Interessanterweise empfinden zwei Drittel der Befragten die aktuelle Kommunikation der Bundesregierung eher als belastend für die lokale Akzeptanz. Die Umsetzung von Energiewendeprojekten erfolgt gemäß den politischen Entscheidungen, doch auch die bundespolitischen Debatten zum Thema Erneuerbare Energien haben Einfluss auf die Akzeptanz vor Ort. Hier zeigt sich, wie wichtig fundierte Informationen und Transparenz sind – Themen, die wir auch in unseren Faktenpapieren vertiefen – bspw. zu Batteriespeichern, Stromnetzen oder Biodiversität im Solarpark.

Grafik 4: Kommunikation Bundesregierung (Quelle: Heimatwurzeln)

Fazit: Die Kommunen sind keine Bremser, sondern Gestalter. Sie fordern jedoch verlässlichere Rahmenbedingungen, insbesondere hinsichtlich Finanzierung und Beteiligung, sowie eine klare Kommunikation auf Bundesebene.

Zum Hintergrund:

Die bundesweite Be­fra­gung unter mehr als 600 Bür­ger­mei­sterinnen und Bür­ger­mei­stern wurde durch die Ini­tia­ti­ve Kli­ma­neu­tra­les Deutsch­land (IKND) und hei­mat­wur­zeln e.V. initiiert. Das Ergebnis: Die Energiewende vor Ort scheitert selten am Willen der Verantwortlichen – sondern an fehlenden Netzkapazitäten, fehlendem Geld und komplizierten Verfahren. Anlässlich der Umfrage veröffentlichen wir auf SonneSammeln eine Blogpost-Reihe zu ausgewählten Ergebnissen.

Beiträge zu Umfrageergebnissen der Themenbereiche Netzanschlüsse und Kommunalbeteiligung können Sie zeitnah auf SonneSammeln lesen.

Ähnliche Beiträge

Aufzeichnung jetzt verfügbar – Webinar Fledermäuse im Solarpark Bad Liebenwerda

Der Mitschnitt des Webinars sowie Präsentationsfolien und zusätzlich beantwortete Fragen…
Weiterlesen
Bad Liebenwerda_II CR BayWa re

Webinar 21.05.26: Fledermäuse im Solarpark Bad Liebenwerda

Am 21.05.26 fand ein weiteres Webinar zum Thema Fledermäuse in…
Weiterlesen
CR: BayWa r.e.

bne-Fachkonferenz Rückblick: Solarparks neu denken – Mehrwert für Landwirtschaft, Natur und Energiewende

Am 11. März wurde in Berlin vielschichtig das Thema "Landwirtschaftliche…
Weiterlesen
Blauer Schmetterling auf Weizen. Im Hintergrund sieht man Solarpanels.

Keine Themen mehr verpassen!

Melde dich jetzt für unseren kostenlosen Newsletter an und verpasse keine unserer Beiträge mehr.

Datenschutz*
 
de_DEDeutsch