Die Energiewende findet vor Ort statt, und Deutschlands Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind bereit. Eine neue, umfassende Befragung von 609 Kommunen zeigt: Das Interesse an neuen Energieprojekten ist gewaltig. Viele der teilnehmenden Kommunen setzen bereits Energiewendeprojekte um, wie die untenstehende Grafik 1 zeigt. Doch während die Pläne in den Rathäusern reifen, prallen Ambitionen oft auf strukturelle Hürden.

Hohe Akzeptanz für die lokale Wende
Ein zentrales Ergebnis der Studie räumt mit dem Vorurteil der generellen Ablehnung auf: Rund 78 % der befragten Rathauschefinnen und -chefs schätzen die Akzeptanz für die Energiewende in ihrer Gemeinde als hoch oder sehr hoch ein. Besonders im Süden Deutschlands ist die Zustimmung mit 85 % überdurchschnittlich groß (s. Grafik 2).

Was stärkt diesen Rückhalt? Die Studie nennt klare Faktoren:
- Günstige Energiepreise: Für 67 % sind die Entlastung der Bürger und günstiger Strom für das lokale Gewerbe ein Hauptargument.
- Finanzielle Beteiligung: Die direkte Einbindung der Bevölkerung (55 %) und der Kommune selbst (43 %) sind entscheidende Hebel für den sozialen Frieden beim Ausbau (s. Grafik 3).

Kommunikation als kritischer Faktor
Interessanterweise empfinden zwei Drittel der Befragten die aktuelle Kommunikation der Bundesregierung eher als belastend für die lokale Akzeptanz. Die Umsetzung von Energiewendeprojekten erfolgt gemäß den politischen Entscheidungen, doch auch die bundespolitischen Debatten zum Thema Erneuerbare Energien haben Einfluss auf die Akzeptanz vor Ort. Hier zeigt sich, wie wichtig fundierte Informationen und Transparenz sind – Themen, die wir auch in unseren Faktenpapieren vertiefen – bspw. zu Batteriespeichern, Stromnetzen oder Biodiversität im Solarpark.

Fazit: Die Kommunen sind keine Bremser, sondern Gestalter. Sie fordern jedoch verlässlichere Rahmenbedingungen, insbesondere hinsichtlich Finanzierung und Beteiligung, sowie eine klare Kommunikation auf Bundesebene.
Zum Hintergrund:
Die bundesweite Befragung unter mehr als 600 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern wurde durch die Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) und heimatwurzeln e.V. initiiert. Das Ergebnis: Die Energiewende vor Ort scheitert selten am Willen der Verantwortlichen – sondern an fehlenden Netzkapazitäten, fehlendem Geld und komplizierten Verfahren. Anlässlich der Umfrage veröffentlichen wir auf SonneSammeln eine Blogpost-Reihe zu ausgewählten Ergebnissen.
Beiträge zu Umfrageergebnissen der Themenbereiche Netzanschlüsse und Kommunalbeteiligung können Sie zeitnah auf SonneSammeln lesen.






