Mancherorts könnte die Sonne bereits für ganze Straßenzüge leuchten, doch die Leitungen bleiben leer. Die im April 2026 von IKND und heimatwurzeln e.V. veröffentlichte Umfrage zur kommunalen Energiepolitik, an der von über 600 Kommunen teilnahmen, identifiziert einen massiven „Showstopper“ für den Solarausbau: den Netzanschluss. Ganze 97 % der befragten Kommunen geben an, dass Netzanschlüsse eine (sehr) große Herausforderung bei der Umsetzung von Energieprojekten darstellen.
Wo es hakt: Verteilnetze und Umspannwerke
Nur mickrige 3 % der befragten Gemeinden berichten von einem reibungslosen Ablauf. Die Probleme liegen dabei tief in der Infrastruktur, siehe auch untenstehende Grafik:
- Mangelnde Kapazität: Fast jede zweite Kommune (46 %) nennt fehlende Kapazitäten im Verteilnetz als Hauptproblem.
- Infrastruktur-Stau: Bei 39 % sind Engpässe an Umspannwerken der Grund für Verzögerungen.
Dies deckt sich mit Analysen des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft im Bereich Stromnetze, wo wir regelmäßig über die notwendige Modernisierung der Netzinfrastruktur berichten, um Solarparks effizient zu integrieren.

Bürokratie und lange Wartezeiten
Neben Kupfer und Beton fehlt es oft an digitaler Transparenz. Lange Bearbeitungszeiten bei den Netzbetreibern und aufwendige Verträglichkeitsprüfungen zehren an den Nerven der Planer vor Ort. Dabei sollte der Weg zum Netzanschluss theoretisch nur wenige Monate dauern, wie auch im SonneSammeln Faktenpapier „Stromnetze“ ausgeführt ist. In der Realität dauert der gesamte Prozess, abhängig von verschiedenen technischen Anforderungen, stockendem Netzausbau, mangelnder Kommunikation etc., mehrere Monate bis einige Jahre. Dies ist für alle Beteiligten, insbesondere aber für die betroffenen Kommunen, ein schwieriger Zustand, der die oft ohnehin finanziell angespannten Situation weiter erschwert.
Die Forderung: Einfachere und schnellere Netzanschlussverfahren
Die Energiewende braucht leistungsfähige, digitalisierte Netze, um erneuerbare Energien und Speicher optimal zu nutzen. Netzbetreiber sind als Monopolunternehmen gemäß § 8 EEG verpflichtet, EE-Anlagen zügig anzuschließen und die Energiewende zu unterstützen. Dafür müssen Netzanschlussverfahren vereinfacht werden – insbesondere für eigenständige Speicher und Solarparks mit Speichern. Davon würden insbesondere auch die Energiewendeprojekte der Kommunen profitieren.

Zum Hintergrund:
Die bundesweite Befragung unter mehr als 600 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern wurde durch die Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) und heimatwurzeln e.V. initiiert. Das Ergebnis: Die Energiewende vor Ort scheitert selten am Willen der Verantwortlichen – sondern an fehlenden Netzkapazitäten, fehlendem Geld und komplizierten Verfahren. Anlässlich der Umfrage veröffentlichen wir auf SonneSammeln eine Blogpost-Reihe zu ausgewählten Ergebnissen.
Einen Beitrag zu Umfrageergebnissen des Themenbereichs Akzeptanz können Sie hier nachlesen, ein Beitrag zum Thema Kommunalbeteiligung folgt.






