Solarparks stehen meist für eines: die Energiewende. Für sauberen Strom, mehr Versorgungssicherheit und den Weg in eine klimaneutrale Zukunft. Doch sie können noch viel mehr.
Richtig geplant und professionell bewirtschaftet, können Solarparks sogar zum flächengrößten Artenvielfaltsprojekt der deutschen Wirtschaft werden. Kaum eine andere Form der Landnutzung verbindet Klimaschutz, wirtschaftliche Nutzung und Naturschutz auf so großer Fläche miteinander.

Rückblick: Was die Studie “Artenvielfalt im Solarpark” zeigt
Wie groß dieses Potenzial tatsächlich ist, zeigt die vergangenes Jahr veröffentlichte bundesweite Feldstudie „Artenvielfalt im Solarpark“. Dafür wurden von professionellen Gutachterbüros rund 30 moderne Solarparks in Deutschland untersucht. Dies geschah überwiegend auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, also genau dort, wo der Ausbau heute stattfindet.
Die Ergebnisse sind beeindruckend: Nachgewiesen wurden unter anderem 385 Pflanzenarten, 30 Heuschreckenarten, 36 Tagfalter- und Widderchenarten, 32 Brutvogelarten, 13 Fledermausarten sowie weitere Vogel-, Amphibien- und Libellenarten. Insgesamt umfasst die Untersuchung über 100 Einzeluntersuchungen und rund 40 Fachberichte.
Besonders spannend: Nicht allein die Bauweise entscheidet über die Artenvielfalt, sondern vor allem die Pflege. Flexible Mahd, individuelle Pflegekonzepte und ausreichend Raum zwischen den Modulreihen machen den Unterschied. Solarparks sind keine Standardlösung von der Stange, sondern funktionieren dann besonders gut, wenn sie standortgerecht geplant werden.
Auch Fledermäuse nutzen Solarparks aktiv als Jagdrevier, Feldlerchen wurden teils in großen Beständen nachgewiesen und viele Artengruppen besiedeln die Flächen erstaunlich schnell nach oder sogar noch während des Baus.
Wo Artenvielfalt wieder Raum bekommt
Die Studie zeigt, dass gut geplante Solarparks hinsichtlich der biologischen Vielfalt mindestens mit Flächen von sogenannten hohem Naturwert („High Nature Value Farmland“) mithalten können. Das ist bemerkenswert, denn genau diese Flächen gelten als Maßstab für besonders wertvolle Kulturlandschaften.
Der Grund liegt in der Kombination aus Bauweise und Pflege: Zwischen besonnten Wegen, beschatteten Bereichen unter den Modulen und extensiver Bewirtschaftung entstehen vielfältige Lebensräume. Wo vorher intensive Landwirtschaft dominierte, entwickeln sich über Jahre stabile Ökosysteme.
Solarparks bringen damit Struktur zurück in oft ausgeräumte Agrarlandschaften und schaffen Lebensräume dort, wo sie besonders dringend gebraucht werden.
Ein Beitrag zur Biodiversitätsstrategie 2030
Gerade mit Blick auf die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030 (NBS2030) wird deutlich, welches (Flächen-)Potenzial darin steckt. Solarparks können helfen, den Verlust von Arten und Insekten zu bremsen, Biodiversität im Agrarraum zu stärken und Klimaschutz naturverträglich zu gestalten – und das ohne zusätzliche öffentliche Mittel.
Deutschland braucht Lösungen, die nicht nur ambitioniert, sondern auch umsetzbar sind. Artenreiche Solarparks sind genauso eine Lösung: pragmatisch, wirksam und sofort skalierbar.

© EnBW/ Paul Langrock 
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Die Energiewende braucht Lebensräume
Die Energiewende entscheidet sich nicht nur auf Dächern und in Netzen, sondern auch auf unseren Freiflächen. Wenn wir Solarparks klug gestalten, entstehen nicht nur neue Energiequellen, sondern neue Lebensräume. Und genau das ist die Zukunft, die wir brauchen.

Weiterlesen & Vertiefen
Wer tiefer in die Ergebnisse einsteigen möchte, findet auf SonneSammeln zahlreiche Materialien:
- die ausführliche Langfassung der Studie mit allen Ergebnissen und Gutachten: Download Vollversion
- die kompakte Kurzfassung mit den wichtigsten Erkenntnissen auf einen Blick: Download Kurzfassung
- die Mediathek mit Vorträgen, Präsentationen und der Fachkonferenz zur Studienveröffentlichung: Zur Mediathek
- die Aufzeichnung des Webinars „Solarparks – Jagdreviere für Fledermäuse“: Webinar ansehen
Gerade die Verbindung von Forschung und Praxis zeigt: Biodiversität im Solarpark ist kein theoretisches Konzept, sondern längst gelebte Realität.






